September

Martin Wannemacher, Stellvertr. Ortsvorsteher Sonntag, 19. September 2021 von Martin Wannemacher, Stellvertr. Ortsvorsteher

Arbeitskreis Dorfgeschichte

Vor 50 Jahren – Jakob Preiser und Hans Woll wird der „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ verliehen (51/2021, Teil 2: Hans Woll)

Nach Jakob Preiser erinnern wir an Hans Woll, die zweite Persönlichkeit, die mit dem „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ ausgezeichnet wurde.

Hans Woll wird am 6. Januar 1898 in Quierschied geboren. Von 1913 bis 1915 besucht er das kirchenmusikalische Institut in Beuron. Nach dessen Abschluss tritt er bereits mit 17 Jahren seine erste Organisten- und Dirigentenstelle an der Apollinariskirche in Düsseldorf an. Durch die Einberufung zum Militärdienst 1916 wird diese Tätigkeit unterbrochen.

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Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Hans Woll ins Saarland zurück. Von 1919 bis 1935 ist er Organist in Camphausen und Chorleiter in Quierschied und Fischbach. 1920/21 setzt er sein Musikstudium fort, so bei Prof. Wolf am Konservatorium in Saarbrücken und danach weitere zwei Jahre als Schüler des Komponisten Georg Nellius.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Hans Woll wieder Dirigent in Quierschied. Er übernimmt in dieser Zeit auch die Chorleitung beim MGV Hüttersdorf und beim Saarquartett sowie ab 1950 beim Männer- und gemischten Chor St. Arnual.

1952 verlegen Hans Woll und seine Ehefrau Maria ihren Wohnsitz nach Webenheim. Der Berufschorleiter wird Organist in der Schlosskirche Blieskastel und Dirigent des MGV Webenheim.

Im Januar 1953 übernimmt Hans Woll die Stabführung des noch knapp 40 Sänger zählenden Männergesangvereins Ommersheim. Im folgenden Jahr wird für das anstehende Sängerfest ein Gemischter Chor ins Leben gerufen, an dessen Gründung der neue Chorleiter maßgeblich beteiligt ist. Mit der Chorgemeinschaft (der neue Name seit 1957) werden bei den Sängerfesten 1955 und 1965 in Ommersheim sowie 1968 beim 16. Chorfest des Deutschen Sängerbundes in Stuttgart große Erfolge errungen.

Mit der Verleihung der „Zelter-Plakette“ am 28. März 1965 erfährt das Engagement des Berufschorleiters und seiner 108 Sängerinnen und Sänger eine entsprechende Würdigung. In den weiteren Jahren werden Hans Woll zahlreiche Ehrungen zuteil.

Beim Herbstkonzert am 28. November 1971 wird er von seiner Chorgemeinschaft zum „Ehrendirigenten“ ernannt. Weiterhin wird ihm an diesem 1. Advent „in Anerkennung seiner Verdienste um die Pflege und Erhaltung des Chorgesangs in Ommersheim“, so Bürgermeister Arthur Lang, der „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ verliehen. Mit der symbolischen Übergabe des Dirigentenstabes an Walter Niederländer endet seine erfolgreiche musikalische Tätigkeit in Ommersheim.

1976 erhält Hans Woll in einem Festakt des „Saar-Sänger-Bundes“ an der Musikhochschule des Saarlandes die Ehrennadel in Gold und Onyx sowie den Titel „Chormusikdirektor SSB“.

Im gleichen Jahr wird ihm die höchste Auszeichnung zuteil: Aus den Händen von Landrat Albert Schwarz erhält er das ihm von Bundespräsident Walter Scheel verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande.

Hans Woll stirbt am 31. Mai 1981 im Alter von 83 Jahren. Im Nachruf der Chorgemeinschaft heißt es: „Bei ungezählten Konzerten und Auftritten verhalf er seiner Chorgemeinschaft Ommersheim zu hohem Ansehen. Hans Woll hat sich um den Chorgesang in Ommersheim verdient gemacht. Sein Wirken wird von der Chorgemeinschaft nicht vergessen und sein Andenken in Ehren gehalten werden.“

(Quellen: Mitteilungsblätter Nr. 50/1971 und Nr. 26/1981 sowie Festschriften der Chorgemeinschaft aus 1955, 1965 und 1985. Foto: SZ vom 5. Januar 1968)

Robert Kettenbaum Dienstag, 14. September 2021 von Robert Kettenbaum

4. BEITRAG DER BRUNNENSERIE

Der Schneckenbrunnen im Obertal

Schon vor Jahren fiel mir beim Wandern über den Naturlehr- und Wanderpfad Obertal ein Brunnen auf, den ich jedoch nicht zuordnen konnte. Anfangsrecherchen ergaben, dass er tatsächlich auch einen Namen hat, nämlich „Schneckenbrunnen“. Er liegt nahe des Schneckenbrunner Hofes, beide gehören zu der Gemarkung "Am Schneckenbrunnen", naheliegend ist dann auch die Namensgebung.

Beim Start der Brunnenserie für ommersheim.de mussten jedoch mehr Informationen her, die sich anschließenden Recherchen stießen auf eine sehr schöne Geschichte.

Harald Uth, Mitglied des Ortsrates und Jagdvorsteher von Ommersheim weiß dazu Tatsachen zu berichten:

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Martin Wannemacher, Stellvertr. Ortsvorsteher Montag, 13. September 2021 von Martin Wannemacher, Stellvertr. Ortsvorsteher

Arbeitskreis Dorfgeschichte

Vor 50 Jahren – Jakob Preiser und Hans Woll wird der „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ verliehen (51/2021, Teil 1: Jakob Preiser)

In alten Mitteilungsblättern der Gemeinden Ommersheim und Heckendalheim finden sich zahlreiche Berichte früherer Gemeinderatssitzungen, die auf interessante Ereignisse in unserer Dorfgeschichte hinweisen. Im Mitteilungsblatt Nr. 49 aus 1970 ist über die Sitzung des Gemeinderates Ommersheim am 16. November 1970 u. a. nachzulesen:

„Für besondere Verdienste in der Gemeinde stiftete der Gemeinderat einen Ehrenschild. Der Ehrenschild trägt das Gemeindewappen und die Inschrift „Für besondere Verdienste – Gemeinde Ommersheim“. Der Schild wird auf Beschluss des Gemeinderates verliehen und über die Verleihung wird eine Urkunde ausgestellt.“

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An Jakob Preiser und Hans Woll, die bis heute einzigen Persönlichkeiten, denen der „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ verliehen wurde, wollen wir mit zwei Beiträgen erinnern.

Jakob Preiser wird am 26. November 1884 in Neuweiler geboren. Sein musikalischer Werdegang beschreibt der Beitrag „Unser Meister Jakob Preiser – ein Leben für die Musik“ in der Festschrift des Musikvereins aus dem Jahr 1956, aus dem nachfolgender Auszug übernommen ist:

„Bereits im 7. Lebensjahr erlernte Jakob Preiser die Musik. Sein erstes Instrument war die Violine. Der musikbegabte Junge erhielt seine erste Ausbildung im Privatunterricht von Violinlehrer Peter Neuheusel. Bereits mit 17 Jahren war aus Jakob Preiser ein großer Könner geworden. Man wurde aufmerksam auf den begabten Musiker und er erhielt Verpflichtungen in namhafte Häuser in Duisburg, Hamm, Hannover, Danzig und Posen. Im Jahre 1914 führte ihn der Weg wieder in die Heimatstadt Saarbrücken. Dort wirkte er im Union-Theater. Im Weltkrieg gehörte er dem Brigade-Ers.-Btl. 32 an und wurde bald vom Generalkommando zu einem Schauspielhaus als erster Geiger kommandiert. Als Chordirigent wirkte unser Meister Preiser in den verschiedensten Vereinen nach dem Kriege.“

Am 20. Juli 1952 übernimmt Jakob Preiser, der auch zu den Gründern des Bundes Saarländischer Musikvereine gehört, die Stabführung im Musikverein Ommersheim. „Unter seiner Leitung gelang der rasche Aufstieg zu einem leistungsfähigen Orchester“, so der langjährige 1. Vorsitzende Josef Hofmann in der Festschrift „55 Jahre Musikverein Ommersheim“.

1958 verlegen Jakob Preiser und seine Ehefrau Martha ihren Wohnsitz von Sulzbach nach Ommersheim. Nachdem im Januar 1963 Bernhard Hoffmann die Stabführung des Großen Orchesters übernimmt, wird Jakob Preiser zum Ehrendirigenten ernannt. Mit der Errichtung des „Jakob-Preiser-Brunnens“ im Obertal im Sommer 1964 wird dem überaus geschätzten und beliebten Musiker bereits zu Lebzeiten in Ommersheim ein Denkmal gesetzt.

Eine besondere Auszeichnung erfährt er am Konzertabend des Musikvereins am 2. Weihnachtstag 1970. In Würdigung seiner großen Verdienste wird ihm als erste Persönlichkeit von Bürgermeister Arthur Lang der „Ehrenschild der Gemeinde Ommersheim“ verliehen.

Jakob Preiser stirbt am 27. Oktober 1971 im Alter von 86 Jahren. Im Nachruf der Gemeinde heißt es: „Der Verstorbene hat sich in fast 20-jährigem Wirken als Dirigent, Chorleiter und Ehrendirigent um die Pflege und Erhaltung der Volksmusik in Ommersheim verdient gemacht.“

(Quellen: Mitteilungsblätter Nr. 49/1970, Nr. 51/1970 und Nr.45/1971 sowie Festschriften des Musikvereins aus 1956 und 1984. Foto: Gerhard Lang)

NEU: Navigation am Ommersheimer Weiher

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