Zum Abschied...

Stephan Piorko Sonntag, 12. Dezember 2021 von Stephan Piorko

Zum Abschied...

Liebe Ommersheimerinnen und Ommersheimer, nach langen achtzehn Jahren bin ich nicht mehr Ortsvorsteher von Ommersheim.

Die Entscheidung, mein Amt zur Verfügung zu stellen,  ist mir nicht leicht gefallen. Ich werde sicherlich weiterhin Unterstützer und aufmerksamer Beobachter bleiben.

In dieser Zeit habe ich mich für alle und alles verantwortlich gefühlt und eingesetzt. Im Mittelpunkt standen immer die Menschen im Ort. Viele Projekte konnten in dieser Zeit realisiert werden. Wichtig war mir auch immer, zu einen, diplomatisch Konflikte zu lösen. Dabei habe ich mein Amt immer neutral ausgeübt.

Bedanken möchte ich mich bei allen, die mich - gleich in welcher Weise - stets unterstützt haben, allen voran bei meiner Frau und der gesamten Familie.

Meiner Nachfolgerin wünsche ich eine glückliche Hand und viel Erfolg - Unterstützung meinerseits ist gewiss.

So verabschiede ich mich von Ihnen als Ortsvorsteher, meine besten Wünsche begleiten Sie.

Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute, vor allem Gesundheit, für das kommende Jahr 2022.

 

Ihr Stephan Piorko

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Rede von Stephan Piorko zu seiner Verabschiedung am 30.11.2021

Guten Abend verehrte Mitglieder des Ortsrates von Ommersheim, verehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, verehrte Frau Beigeordnete Sylvia Becker, sehr geehrte Besucher,

ich grüße Sie zur heutigen Sitzung des Ortsrates von Ommersheim. Leider kann ich nicht persönlich anwesend sein, denn ich befinde mich noch im Krankenstand und möchte keinesfalls einen Konflikt mit meinem Arbeitgeber riskieren – dafür haben Sie sicherlich Verständnis.

So melde ich mich von zu Hause. Vielen Dank an Thomas Bastuck, der das technisch möglich gemacht hat.

Der heutige Tag ist für mich so wichtig wie emotional. Nach 23 Jahren gehöre ich nun diesem Rat nicht mehr an.

Schon immer war ich ein „Lokalpatriot“, mein politisches Engagement für Ommersheim begann 1994, damals trat ich in die Junge Union ein, kurz darauf in die CDU. Diverse Anträge hatte ich damals gestellt, die auch im Ortsrat behandelt wurden.

1999 wurde ich dann in den Ortsrat gewählt und wurde dort Fraktionssprecher. Einige meiner Ideen damals konnten ebenfalls unter Ortsvorsteher Herbert Keßler und Bürgermeister Günter Walle umgesetzt werden.

Als dann 2003 Herbert Keßler zum Bürgermeister gewählt wurde, der sein Amt 2004 antreten würde, fiel die Wahl als zukünftiger Ortsvorsteher auf mich. Nun hatte ich wohl einige kommunalpolitische Erfahrung sammeln können, dennoch sah ich „einen riesigen Berg“ vor mir, ich war ja erst 33 Jahre alt und es stellte sich die Frage, ob meine Lebensgefährtin, ja und auch mein Arbeitgeber das mittragen würden. Es gab also einiges zu klären.

Am 16. Dezember 2003 wurde ich dann einstimmig zum Ortsvorsteher gewählt und vereidigt.

Was war das für ein Gefühl, plötzlich eine so große Verantwortung zu übernehmen. Viel Zeit hatte ich ja nicht bis zur Kommunalwahl im Frühjahr 2004 und es standen ja auch privat große Ereignisse an: Unsere Hochzeit im Juli 2004 und der geplante Hauskauf und Umbau. Kinder wollten wir auch und haben sie – Gott sei es gedankt – auch bekommen.

Aber an Kreativität hatte es mir zum Glück nie gemangelt:

Ich hatte ein neues Dach für die Grundschule beantragt – wurde umgesetzt.

Da es durch die Terrasse der Saarpfalz-Halle seit Jahren immer wieder zum Eindringen von Wasser in

die darunter liegende Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr kam, hatte ich eine Idee…zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die sehr stark frequentierte Halle brauchte für die Vereine eine Ausweichmöglichkeit. Wenn man also die Terrasse an dieser Stelle überbauen würde, wäre das Problem des eindringenden Wassers ebenso gelöst wie das Platzproblem – und so kam es dann auch.

Im Zuge der Umbaumaßnahmen an der Mandelbachtal-Schule musste die Übungsstrecke der Feuerwehr Mandelbachtal abgerissen werden. Also musste eine neue her. Dabei hatten mich Bürgermeister Keßler und Landrat Lindemann sehr unterstützt und so wurde an anderer Stelle ein Rohbau erstellt. Die Kameraden der Feuerwehr hatten selbst Hand angelegt und nach modernsten Gesichtspunkten eine neue Übungsstrecke eingerichtet, auf der sogar die Flughafenfeuerwehr trainiert.

Nach der Kommunalwahl im Mai 2004 wurde ich wieder im Amt bestätigt.

Dann kam allerdings 2004, oder war es 2005, die erste harte Prüfung: Grundschulen sollten geschlossen werden, darunter auch die in Ommersheim. Alle meine Bemühungen nutzten nichts.

Am Ende konnte ich wenigstens erreichen, dass das Gebäude nicht zweckentfremdet wird und so

noch heute als Schulhaus genutzt wird. An diese Zeit erinnere ich mich nicht gerne.

Und dann kam Peter Müller Anfang 2007 mit der Landebahnverlängerung. Was da los war, ist unbeschreiblich. Ich habe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen gekämpft: Radio, Fernsehen, Zeitung, eine eigene Internetseite wurde eingerichtet. An den Ortseingängen ließ ich Tafeln aushängen, habe Unterschriften gesammelt und hatte kurzfristig, ja, das muss gesagt sein, unter Androhung des Parteiaustritts, einen Termin beim „Chef“ bekommen. Als dann im Herbst der damalige Wirtschaftsstaatssekretär mir verkündete, dass die Pläne vom Tisch seien, sind mir Tonnen von Steinen vom Herz gefallen. Ich habe noch oft mit Peter Müller, wenn ich ihn persönlich getroffen habe, über das Thema gesprochen. Es war damals wegen der Konfliktsituation mit dem Flughafen in Zweibrücken so gekommen. Ab und an haben wir noch Kontakt und ich würde sagen, sehr freundschaftlich.

Das waren die Anfänge…alles, was in den 18 Jahren meiner Amtszeit geschah hier aufzuführen, würde wohl heute Abend den Rahmen sprengen. Vielleicht schreibe ich das alles einmal nieder.

Sehr wichtig war mir immer der persönliche Kontakt mit den Menschen, was in den letzten

beiden Jahren wegen Corona leider fast nicht mehr möglich war. Daher habe ich insbesondere ältere Leute, von denen ich wusste, dass Sie alleine sind, öfter mal angerufen.

Auch ganz wichtig waren mir immer die Vereine, die ich stets unterstützt habe, wo ich konnte.

Die „großen Würfe“ waren später dann:

- Die Sanierung der Gemeinschaftsanlage im Obertal

- Neubau einer Pausenhalle an der Grundschule

- Die neue Brücke am Ommersheimer Weiher

- Ausbau und Pflege der Freundschaft mit Vichte in Flandern. Als Zeichen dafür habe ich extra die Flämische Sprache erlernt.

- Die Sanierung des Seniorentreffs im alten Rathaus

- Die Erweiterung des Friedhofs, die Erstellung von vier Urnenwänden

- Der Ausbau der Ortsbeleuchtung Richtung Ommersheimer Weiher

- Die Sanierung der Wegekreuze

- Dorfverschönerungsmaßnahmen: Neugestaltung des Ensembles am Dorfbrunnen, an der Luitpoldlinde, an der ehemaligen Telefonzelle gegenüber der Kirche, am „Vichter Platz“ vor der Saarpfalz-Halle

- Die Errichtung des Multifunktionsfeldes an der Mandelbachtal-Schule

- Straßen- und Wegesanierungen, auch wenn es da noch viel zu tun gibt.

- Sanierung und Dämmung der Saarpfalz-Halle

- Der Neubau eines Kindergartens

- Die Einrichtung eines Jugendclubs

- Die Wiederherstellung einer autarken Wasserversorgung für Ommersheim

- Verkehrsberuhigung an der neuen KITA auf der Ziegelhütte

- Die nächtliche Anstrahlung unserer Kirche, die das Wahrzeichen von Ommersheim ist.

Die Aufzählung ist weder chronologisch noch erhebt sie den Anspruch auf Vollständigkeit.

Mein Anspruch war es stets, die Dorfgemeinschaft zu einen.

Ich habe mich immer für alle und alles verantwortlich gefühlt, was leider dazu geführt hat, dass ich mich zuletzt doch ziemlich „ausgebrannt“ gefühlt habe. Hinzu kam dann noch ein Ereignis Ende August, als mir eine Beinvene geplatzt ist und ich mit Notarzt ins Krankenhaus musste. Danach folgten zwei Operationen. Die meisten Leute, die mich näher kennen, wissen, dass ich seit meiner Geburt Herzpatient bin und auch so manch anderes „wegstecken“ musste. Das konnte mich aber nie davon abhalten, meinem Dorf zu dienen. Aber die

Ereignisse der letzten Wochen haben mich dann doch zu dem Entschluss gebracht, aufzuhören. Dieser Schritt ist mir extrem schwer gefallen.

Aber ich denke, dass auch meine Familie, die oft genug zurückstecken musste, einen Anspruch auf „mehr Stephan“ hat.

So bleibt mir ein Rückblick auf eine ereignisreiche, arbeitsreiche, aber auch erfolgreiche Zeit, die mich sehr geprägt hat.

Ich danke allen, die mich in dieser langen Zeit unterstützt haben, allen voran meiner Frau, die mir immer den „Rücken“ freigehalten hat und mir so viel geholfen hat, vieles entbehren musste und trotzdem stets zu mir gehalten hat. Ohne sie hätte ich so manches nicht geschafft.

Die gesamte Familie hat mich immer unterstützt, auch dafür herzlichen Dank.

Danke auch meinem treuen Stellvertreter Martin Wannemacher, der in den letzten Wochen einiges aushalten musste.

Danke den Mitgliedern des Orts- und Gemeinderates.

Danke auch den Vereinen und Institutionen, die mich immer unterstützt haben, wenn ich sie gebraucht habe.

Danke auch an die Bürgerinnen und Bürger, die mich mit Ihrer Stimme unterstützt haben.

Danke an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung und den Bürgermeistern, auch den Mitarbeitern des Bauhofs, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises – besonders Herrn Landrat a.D. Clemens Lindemann -und auch den Ministerien und den Ministerpräsidenten, die mich und damit Ommersheim unterstützt haben. In dieser Zeit konnte ich auch viele Freundschaften schließen, wofür ich dankbar bin.

Eine Person möchte ich hier nicht unerwähnt lassen: Bruno Breyer. Er hat, und das muss ich absolut unterstreichen - in seiner Freizeit - sehr viel für Ommersheim geleistet, hat mich niemals im Stich gelassen.

Auch einen besonderen Dank an Robert Kettenbaum, der mit Ommersheim.de eine repräsentative Plattform geschaffen hat, die ihresgleichen sucht.

Vielen Dank auch an Thomas Bastuck, der immer, wenn ich einen kreativen Kopf gebraucht habe, was zum Beispiel Plakate, Flyer, Gastgeschenke und vieles mehr angeht.

Ich kann und werde mich nicht aus allem zurückziehen und werde auch in Zukunft Kümmerer und aufmerksamer Beobachter bleiben.

Ich wurde insgesamt fünf Mal vereidigt, der Rat hat sich personell immer verändert, aber denkt bitte immer an die Worte, die ich jedes Mal bei diesem Anlass geäußert habe: Der Rat ist da, für Ommersheim zu arbeiten, nicht für eine Partei. Daher lasst die Parteibücher draußen. Mein Amt habe ich grundsätzlich neutral ausgeübt, ich habe niemals Menschen, egal nach welchen Kriterien, unterschieden und alle gleich behandelt.

Und so auch dieses Mal mein Appell.

Viele Gedanken habe ich mir um meine Nachfolge gemacht, denn die musste geregelt sein. Ich wollte ja schließlich kein Vakuum hinterlassen.

Denken Sie bitte bei der anstehenden Wahl meine Worte.

Nun wünsche ich Ihnen allen alles Gute, vor allem Gesundheit. Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit und ein – wenn auch unter Einschränkungen- frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Auch für das neue Jahr begleiten Sie meine besten Wünsche.

Dieser Ort ist jeden Einsatz wert – halten wir zusammen, das hilft in jeder Krise. Das haben die Ommersheimer immer bewiesen.

Ich schließe mit genau den Worten, die ich vor 18 Jahren bei meiner ersten Vereidigung gesagt habe: „Ich liebe Ommersheim und seine Menschen.“

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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