Gangelbrunnen

Der Ommersheimer Weiher ist ein Stauweiher im südöstlichen Saarland, dessen Staudamm im Jahr 1971 in Betrieb genommen wurde. Der etwa einen Hektar große Weiher ist mit seiner kleinen Insel die Heimat zahlreicher, teils seltener Wassertiere.

Im Naherholungsgebiet befindet sich auch ein stets gut besuchtes Speiserestaurant mit Biergarten, Spielplatz und Minigolfanlage, das ganzjährig geöffnet hat. Link (Extern)

Geschichte

Im November 1961 kam bei einer Wasserschau mit der Kreisverwaltung des damaligen Kreises St. Ingbert die Idee auf, die versumpften Wiesen auf der Gemarkung Im Gangelbrunnen durch Anlegung eines Stauweihers einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Nach positiven Stellungnahmen der Genehmigungsbehörden beschloss der Gemeinderat der damals noch selbständigen Gemeinde Ommersheim im April 1962 die Anlegung eines Stauweihers.

Mittels einer Flurbereinigung wurden die Grundstücke zusammengelegt und bis 1974 konnte die Gemeinde 3,14 Hektar Gelände erwerben. 1970 wurde das Mönchbauwerk gebaut und der Damm aufgeschüttet. Danach wurde unter großer Beteiligung der Ommersheimer Bevölkerung die Anlage ausgebaut. 1971 folgte der Fischeinsatz und der Bau der Fußgängerstege und der Schutzhütte.

Seit 1973 wird ein jährliches Herbstfischen durchgeführt. 1976 wurde der Parkplatz an der L 107 gebaut, 1979 die Wege, der Spielplatz und der Minigolfplatz und 1981 die Ballsportanlagen; seit 1986 gibt es am Weiher eine Fontäne und seit 2005 an der L 107 mehrere Reisemobil-Stellplätze, die seit 2007 auch über eine Versorgungseinrichtung für Wasser und Strom verfügen.

Freizeitmöglichkeiten

Neben der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt laden attraktive Erholungs- und Freizeiteinrichtungen zum Verweilen ein. Hier kann man Fußball, Federball, Tischtennis, Boule, Boccia oder Minigolf spielen und für Kneippanhänger steht ein Wassertretbecken und ein Armbad am historischen Alprosbrunnen zur Verfügung. Wer es ruhiger angehen will, kann spazieren gehen oder es sich auf den zahlreichen Ruhebänken, den Liegewiesen oder im Bistro/Café/Restaurant mit Biergarten gemütlich machen, während die jüngeren Besucher viel Spaß auf dem Spielplatz haben.

Gangelbrunnen

Kernstück der Parkanlage um den Ommersheimer Weiher ist der Alprosbrunnen, der die Kneippanlage und neben dem Saarbach auch den Weiher mit frischem Wasser speist. Der Brunnen wurde 1927 vom fünf Jahre zuvor gegründeten Wanderverein Alpenrose Ommersheim eingerichtet, um die vorhandene Quelle zu fassen. Im Winter 1926/1927 fand der erste Spatenstich zum Brunnenbau statt. Bereits im Juni 1927 konnte der Brunnen feierlich eingeweiht werden. Vor dem Weiherbau wurde 1969 die Quelle neu gefasst und auch die Brunnenkammer erneuert. Auch das Kneipptretbecken und das Armbad entstanden in dieser Zeit.

Quelle: Wikipedia.de


Urzeitwesen am Gangelbrunnen

Urzeitwesen am Gangelbrunnen

Gelbwangen-Schmuckschildkröte

Die Gelbwangen-Schmuckschildkröten im Ommersheimer Weiher

So mancher, der derzeit durch die Erholungsanlage am Gangelbrunnen geht, fühlt sich in die Sümpfe Floridas versetzt, denn am Ommersheimer Weiher kann man überall Wasserschildkröten sehen, die am Ufer die Sonne genießen oder im Weiher unter der Brücke schwimmen. Tatsächlich leben am Ommersheimer Weiher seit über 15 Jahren einige Gelbwangenschmuckschildkröten. Diese Schildkrötenart ist bei uns eigentlich gar nicht heimisch, sondern kommt aus den USA.

Die Tiere in Ommersheim stammen vermutlich ursprünglich aus Aquarienhaltung, wurden wohl mal als winzige Tiere angeschafft und sind den Besitzern dann irgendwann zu groß oder zu alt geworden. Sie wurden dann wahrscheinlich einfach am Weiher ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Dort fühlen sich die Tiere aber schon seit mehr als 15 Jahren pudelwohl.

Die Schmuckschildkröten verbringen die meiste Zeit des Tages damit, sich zu sonnen. Zwischendurch schwimmen sie im Weiher herum und halten Ausschau nach Fressbarem. Das sind vor allem Larven von Fröschen, Kröten, Molche oder Fische, meist stehen aber auch Wasserpflanzen auf dem Speiseplan.

Da die aus Amerika stammenden Schmuckschildkröten andere Tierarten verdrängen, wurden sie von der Europäischen Union (EU) auf die sogenannte Unionsliste gesetzt, das ist eine Liste der EU, auf der invasive gebietsfremde Arten aufgeführt sind, die europaweit Probleme in den Ökosystemen bereiten und daher zurückgedrängt werden sollen. Zucht und Handel mit diesen Tieren sind verboten, private Haltungen sind genehmigungspflichtig.

Vor allem unsere heimische Schildkrötenart, die Europäische Sumpfschildkröte, ist durch die Konkurrenz aus Amerika bedroht. Die Sumpfschildkröte gehört zu den am stärksten gefährdeten Tierarten Deutschlands und gilt in den meisten deutschen Regionen bereits als ausgestorben. Auch bei uns im Saarland gibt es keine mehr.

Die bei uns vorkommende Gelbwangen-Schmuckschildkröte ist ein typisches Neozoon, also ein Tier, dass sich in einer völlig anderen Region der Erde angesiedelt hat, obwohl es dort eigentlich gar nicht zu Hause ist. Neozoon bedeutet wörtlich „neues Tier“.

Diese "neuen Tiere" sind in Ommersheim inzwischen recht zahlreich, es gibt aber keinen klaren Beweis dafür, dass sie sich hier auch vermehren. Sicher ist nur, dass die Tiere inzwischen in sehr großer Zahl im Weiher zu finden sind.

Sie kommen mit dem Klima bei uns offensichtlich sehr gut zurecht. Wenn aber im Winter die Temperaturen dauerhaft unter 15 Grad bleiben, fallen sie in Winterruhe, und werden erst im Frühjahr wieder aktiv.

Unsere gepanzerten Freunde besitzen einen namensgebenden, gelben Fleck seitlich am Kopf und eine gelbe Maserung auf dem Panzer. Auffällig ist auch ihr leuchtend gelbes Bauchschild, welchem sie auch den Namen Gelbbauch-Schmuckschildkröte verdankt. Da man die Schildkröten meist von oben sieht und sie nicht selten auch etwas angeschmutzt sind, sieht man das gelbe Bauchschild aber nur sehr schwer.

Die Männchen dieser Schildkrötenart sind deutlich kleiner als die Weibchen und besitzen an den Vorderläufen lange Krallen, mit denen sie sich beim Deckakt stabilisieren.

Wenn ein Weibchen erfolgreich befruchtet wurde, kann es anschließend noch mehrere Jahre fruchtbare Eier im sonnenwarmen Ufersand ablegen, wo sie etwa 3 Monate inkubieren. Ob später männliche oder weibliche Jungtiere schlüpfen, ist dabei ausschließlich von der Temperatur abhängig.

Die Tiere sind eigentlich Einzelgänger, nur zum Sonnen kommen sie auch in größeren Gruppen zusammen. Die Männchen können bis zu 15 cm, die Weibchen bis zu 25 cm lang werden. Das Gewicht beträgt etwa 1 kg.

Schildkröten gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Welt. Es gab sie schon vor 220 Millionen Jahre im Obertrias. Die Lebenserwartung der Gelbwangen-Schmuckschildkröte liegt bei etwa 40 bis 60 Jahren. Wir werden also wohl noch einige Jahre lang Vergnügen an den kleinen Wasserschildkröten haben…

Quelle: Verkehrsverein Mandelbachtal e.V.
Text: Manfred Pfeiffer
Fotos: Martina Berg, Kai Reffler, Helena Pitsch und Reiner Jäckle

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